Einschätzung Wirkungsgrad Kombiofen

  • Hallo zusammen,

    ich bin der Martin, 34 Jahre alt und schon seit längerem interessierter Leser hier im Forum.

    Ich habe die letzten zwei Jahre zusammen mit meiner Frau eine Doppelhaushälfte renoviert und dabei auch einen neuen Kombiofen mit integriert.

    Eigentlich wollte ich ursprünglich einen reinen Grundofen welcher über einen Wanddurchbruch das Esszimmer mit offener Küche, sowie das Wohnzimmer heizt. Ich hatte mich leider zu der Zeit aufgrund von ständigem Baustress noch nicht allzu viel mit der Ofenthematik beschäftigt und lies mich von unserem Ofenbauer zu einem Kombiofen mit zusätzlicher Hinterlüftung in Richtung Hausgang überreden. Das Konzept gefiel mir sehr gut und ich wusste zu der Zeit nicht, dass das mit einem hinterlüfteten Grundofen genauso machbar gewesen wäre.

    Wir befinden uns mittlerweile am Anfang der zweiten Heizsaison. Grundsätzlich bin ich eigentlich auch sehr zufrieden mit unserem Ofen, da er aufgrund von seinem Aufbau sehr nahe am Grundofenkonzept steht.

    Ofenaufbau:

    Der Brunner HKD 7 Einsatz mit Abbrandsteuerung EAS steht mittig im Wohnzimmer vor eine Wand gesetzt und ist ab Höhe Sockel mit Schamotte ummauert. Erst ab mittlere Höhe des Einsatzes (bekanntes Brunner Problem wegen seitlicher Luftzuführung über Doppelwandige Schamotte im Einsatz) heizt sich diese Ummauerung auch gut auf und ist auch nach ca. 10 Stunden noch gut warm. Der Einsatz ist außerdem vom Gang her hinterlüftet, wodurch warme Luft in den Hausgang geblasen wird. Das Warmluftgitter oberhalb vom Einsatz habe ich immer geschlossen, da es sonst im Wohnzimmer zu warm wird. Durch einen Wanddurchbruch hinter dem Einsatz gehen die Rauchgase über ein Rauchrohrbogen ins Esszimmereck, wo sich nun die keramischen Züge befinden. Und hier befindet sich wie bei vielen anderen Kombiofen Besitzern das Problem, dass meiner Meinung nach die Züge etwas zu kurz geraten sind. Die Zuglänge beträgt ca. 3m (ohne Rauchrohre gerechnet). Mir kam der Zug von Anfang an gefühlt zu kurz vor und ich habe am Übergangsstück ein Abgasthermometer installiert und die Werte ermittelt (siehe Anhang). Die Abbrände wurden bei kaltem Ofen mit der maximalauflagemenge von 8 kg Fichte/Kiefer gemacht. Dabei kam ich auf eine mittlere Übergangstemperatur von 223 bzw. 241°C und somit einem Wirkungsgrad von ca. 80 bzw. 78%. Die Temperaturen habe ich ab einer Temperatur von 450° im Überbrand bis zum Verschließen der Zuluft (Glutphase) gemittelt, ist das die richtige Vorgehensweise? Wenn ich schon direkt beim anfeuern gemessen hätte, würde das natürlich den Gesamtwirkungsgrad verbessern. Ich denke im zweiten bzw. dritten Abbrand würden sich die Werte noch weiter verschlechtern, aber das habe ich noch nicht geprüft. Wie schätzt ihr das Ergebnis ein?

    In der Anfangsphase hatte ich außerdem das Gefühl dass der Ofen zu stark zieht, da ich Schwierigkeiten hatte dass das Holz sauber anbrennt. Mit leicht geöffneter Wartungsklappe am Kamin im Keller stellte sich ein viel harmonischerer Abbrand dar. Die Zugmessung des Ofenbauer bestätigte meine Vermutung und der verbaute mir im Keller einen Zugbegrenzer ein. Seit dem laufen die Abbrände problemlos ab. Ich denke wenn die Zuglänge noch etwas länger wäre hätte sich dieses Problem wahrscheinlich auch nicht ergeben bzw. wäre leichter oder?

    Mein Kamin ist ab Übergangsstück ca. 8-9m hoch. Ich kenne mich mit Kaminen nicht so aus, das Haus ist Baujahr 1984, im Kamin ist nach der Mauerung ein Schamottrohr mit Innendurchmesser 200. Ich denke der Kamin hat ordentlich Power und deshalb die oben genannten Probleme.

    Aktuell versuche ich ohne Zuheitzen durch Fußbodenheizung die o. g. Wohnräume (ca. 70m2, Haus Bj 84, 36er Ziegelwand, neue 3fach verglaste Fenster, Außenwand ungedämmt) nur mit dem Ofen zu heizen. Wie schätzen denn die Profis hier den Energieverbrauch pro m2 ein? Aktuell heize ich zweimal am Tag mit ca. 6-8 kg Kiefer bei Außentemperaturen von nachts ca. 0° und untertags ca. 10°C. Die Menge ist bei den Temperaturen ausreichend dass es überall angenehm warm wird. Ausgehend von 16kg/24 Stunden bei 80% Wirkungsgrad käme ich auf 30 W/m2 was mir sehr wenig vorkommt. Ich denke wenn es noch mal 10 Grad kälter wird werde ich auf 3 Abbrände gehen müssen. Wenn dies dann mit 24kg/24 Stunden ausreicht wäre das aber ja eigentlich ein sehr guter Wert oder?

    Mein Ofenbauer meinte damals dass ich bei dem Einsatz ruhig auf 10 kg pro Abbrand gehen könnte, das verträgt der locker. Ich glaube ihm das auch, nur wird dann mein Wirkungsgrad wieder schlechter. Somit ist es wahrscheinlich bessere mehrere Abbrände mit weniger Holz zu machen oder?

    Ich habe den Speicherteil des Ofens mal im CAD gezeichnet und ein paar Schnittbilder angehängt, so dass man die Züge sehen kann. Auf den Bildern sieht man dass die aufgesetzte teilweise gekachelte Ummauerung nur eine Abdeckung der Rauchrohre ist. Somit speichert die die Wärme auch nicht allzu lange und "schluckt" außerdem die komplette Wärmestrahlung der Zugdecke. Die Energie geht ja nicht verloren, aber grundsätzlich wäre es doch besser wenn die Zugdecke auch direkt in den Raum strahlt oder?

    Sooo, sorry, das sind erst mal etwas viele Fragen und Infos, aber ich wollte schon mal einen guten Überblick verschaffen und hoffe auf euren Input

    Vielen Dank schon mal :)

  • Hallo nochmal,

    nicht gerade viel Rückmeldung, oder bin ich zu ungeduldig? Ich glaube meine Ausführungen waren etwas zu umfangreich :)

    Was sagt ihr denn zu meiner Temperaturkurve, hier wären doch mit Sicherheit noch ca 1,5m Zuglänge möglich gewesen um den Wirkungsgrad zu optimieren, oder passt das schon so?

  • Guten Morgen.

    Das ist nun mal kein Grundofen.

    Hat der Ofenbauer den Zug berechnet? Dann posten Sie doch mal die Berechnung.

    Kann durchaus sein dass das alles korrekt ist. Der Mindestwirkungsgrad sollte erreicht sei, ein höherer Wirkungsgrad ist ev. nicht möglich weil dann die Schornsteinkopftemperatur zu niedrig sein könnte (EN 13384-1).

    Aber das ist alles nur könnte und sollte.

  • Guten Morgen,

    vielen Dank für die schnelle Rückmeldung Hr. Kern.

    Wie bereits geschrieben gibt es leider keine Berechnung und da werde ich auch keine mehr bekommen. Leider habe ich dieses Forum erst nach meinen Ofenkauf entdeckt.

    Ich weiss dass man aus einem Kombi- keinen Grundofen basteln kann, ich dachte nur dass man bei einer teilweise Höchsttemperatur im VBS von über 280° und den oben genannten Kaminproblemen (zu hoher Zug) schon einen Rückschluss auf eine zu knappe Zuglänge machen kann.

    Ich habe gestern außerdem in der Brunner Betriebsanleitung gesehen dass man im Speicherbetrieb die max. Auflage auf bis zu 12 kg erhöhen kann. Dies sehe ich für meinen Ofen allerdings problematisch, da ja dann wahrscheinlich der Wirkungsgrad entgültig hinüber ist. Ich werde das bei den nächsten Minusgraden mal ausprobieren.

    Vielleicht sollte ich mich auch einfach mit dem Ofen zufrieden geben so wie er ist, eine Zugverlängerung im Nachgäng wäre eh eine größere Baustelle...

  • Hallo

    Einen Ofen optimieren ist nur möglich, wenn die physikalischen Parameter bekannt sind. Bei ihnen ist die Schornsteinkopftemperatur nicht bekannt. Hier sollte (wenn ich mich richtig erinnere) eine Wandtemperatur von mindestens 70 .... 80 Grad am Ende des Abbrandes vorhanden sein. Andernfalls droht Versottung. Ausgehend von diesem Wert unter Berücksichtigung der Abkühlziffer (kann auch durch Versuch ermittelt werden) des Schornsteins kann die minimale Temperatur am Vbs berechnet werden. Damit ist die mittlere für den Antrieb des Systems notwendige Abgastemperatur auf der halben Länge des Schornsteins bekannt. In Ihrem Fall wird durch den Frischluft-bypass die mittlere Abgastemperatur (gemessen auf halber Schornsteinlänge) gesenkt um den Antrieb zu drosseln. Ob am Schornsteinkopf die Temperatur genügend hoch ist um eine Versottung zu vermeiden, ist nicht bekannt wird aber vermutet. Für den Wirkungsgrad ist natürlich die Temperatur am vbs bestimmend.

    Alternativ könnte die Temperatur am Vbs gesenkt werden. Damit müsste aber die Energie

    - in den Zügen aufgenommen oder

    - an die Umgebung abgegeben werden können.

    Ersteres ist mit einem Zug der mehr Energie aufnehmen kann (z.B. länger ist), machbar.

    Letzteres kann zu einer Überhitzung des Raumes führen. So geschehen bei Ihnen.

    Eine nicht ganz unbedenkliche Möglichkeit bestünde darin, das Feuer mit einer Drosselung der Verbrennungsluftzuführ zu zähmen / den Abbrandprozess zu verlängern. Achtung: Möglichkeit der CO-Produktion, Explosionsgefahr.

    Ob sich der Aufwand lohnt, die Schornsteinkopftemperatur zu messen und den Zug zu verlängern ist fraglich ... aber eine tolle Aufgabe für Leute, welche gerne experimentieren.

  • Hallo Robert,

    vielen Dank für Ihren Input. Damals als der Ofenbauer den Zugbegrenzer eingebaut hat hab ich ihn gefragt ob der denn nicht (durch die Zuführung von kalter Luft in den Kamin) die Abgastemperatur senkt und ich dadurch am Kaminkopf Probleme durch versottung bekommen könnte, obwohl die Temperatur am VBS tendenziell zu hoch ist? Oder ob durch die Vermischung der Luft mit den abgasen die anteilige Feuchtigkeit entsprechend gering wird dass das kein Problem mehr wäre (was im Nachhinein betrachtet unsinnig wäre, da ja trotzdem noch die Feuchtigkeit kondensieren würde oder?). Eine wirklich befriedigende Antwort hatte er darauf auch nicht, aber er meinte dass ich mit versottung sicher kein Problem haben würde.

    Evtl. wäre ja auch eine Lösung mittels KG Rohre den Weg zum flexrohr im Keller von wo die Zuluft gezogen wird über entsprechend viele Umlenkungen so zu bremsen dass der Zugbegrenzer nicht mehr nötig wäre, oder habe ich hier einen Denkfehler?

    Könnte ich denn die Kamininnentemperatur auch in der wartungsöffnung im Dachgeschoss, ca 2,5 Meter unterhalb des kaminkopfes mittels Infrarot-Thermometer messen und daraus über die entsprechenden Abstände die Kaminkopftemperatur herleiten? Das wäre relativ einfach für mich, andernfalls müsste ich aufs Dach klettern... Das werde ich demnächst auf jeden Fall mal machen und berichten.

    Mir raumüberhitzung habe ich eigentlich keine Probleme, da ich den Konvektionsanteil eigentlich komplett in den Hausgang rausschicke und ja auch von da die Zuluft gezogen wird. Es wird höchstens mal während dem Abbrand im Wohnzimmer warm wegen der Scheibenstrahlung (1 Fach Verglasung) aber das war noch nie wirklich ein Problem.

  • Hallo Martin

    Nur was man messen kann, kann man optimieren / verbessern!

    Wenn ich den Ofen optimieren müsste, würde ich unter allen Umständen die Temperatur der Wandung am Schornsteinkopf wissen wollen. Mit diesem Resultat könnte anschliessend der Zugregler so eingestellt werden, dass der Zielwert 70 ...80...90 Grad Temperatur der Wandung des Schornsteinkopfes erreicht wird. Achtung: Aussentemperatur berücksichtigen! Aus dieser Optimierung resultiert die minimal notwendige Temperatur am VBS und damit der maximal mögliche Wirkungsgrad des Systems. Der Zugregler könnte anschliessend ganz oder teilweise "eingetauscht" werden gegen ein längeres Zugsystem. An der Verbrennungsluftzufuhr würde ich mal nichts machen wegen dem CO-Risiko.

    Eine interessante aber fast Brot lose Aufgabe um von ein paar zusätzlichen Prozenten Wirkungsgrad zu profitieren!

  • Eine Querschnittsverkleinerung im Verbrennungsluftkanal kann da schon was bringen.

    Die Berechnung und Konstruktion eines Ofens beinhaltet auch den Schornstein.

    Wird es ein neuer Schornstein dann wird der passende ausgewählt, ist der Schornstein bereits vorhanden (wie meistens im Bestand) dann muss der Ofen halt nach dem Schornstein ausgerichtet werden.

    Der Ofen muss funktionieren (ziehen), der Mindestwirkungsgrad von 80% muss erreicht werden und der Schornstein muss trocken bleiben.

    Die Faktoren alle Ziele zu erreichen bleiben die Auswahl der Ofenleistung, der Querschnitt der Züge, die Länge der Züge und die Geometrie der Züge.

    Nur bei strikter Konstruktion ist es möglich einen sicher funktionierenden Ofen mit dem max. sinnvollen Wirkungsgrad zu bauen.

    Das Kriterium dass der Ofen zieht (funktioniert) alleine bedeutet nichts.

    Ein schlechter Ofen mit zu wenig Zügen funktioniert z.B. ja meist gut.

    Die Kunst ist es beide Anforderungen unter einen Hut zu bringen und das erfordert schon einige Überlegungen und Berechnungen.

    Machen würde ich, an Ihrer Stelle, an dem Ofen nichts mehr, Sie laufen da Gefahr das nur zu verschlimmbessern.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldungen, dann werde ich es wohl einfach dabei belassen. Das wird meine Frau freuen, die hatte eh schon Angst dass ich irgendwann den ganzen Ofen abreisse :)

    Eine Querschnittsverkleinerung im Verbrennungsluftkanal kann da schon was bringen.

    Sie meinen eine Querschnittsverkleinerung in der Ofenzuluft Herr Kern? Oder in den Zügen?

    Die Zuluft wird ja mittels eas gesteuert, würde dann hier eine entsprechende Reduzierung der klappenstellung ausreichen oder sollte der zuluftkanal über eine längere Strecke reduziert werden?

    Falls sie die Züge meinen, wie und wo macht man das am besten? Ziegelstein am Sturzzugboden oder am Zugende? Das sind die beiden Stellen wo ich durch die Ofenrohre hinkommen würde.

  • Verbrennungsluft ist die Zuluft.

    Das würde ich einfach über die Klappenstellung probieren.

    Wenn man gerne experimentiert kann man natürlich auch mal einen Ziegelstein in den Zug legen.

    Aber so dass man den wieder entfernen kann.

  • Wenn man gerne experimentiert kann man natürlich auch mal einen Ziegelstein in den Zug legen.

    Aber so dass man den wieder entfernen kann.

    Hallo Herr Kern,

    wenn man so etwas versucht, kann man dann einfach einen Ziegelstein der länge nach stehend mittig in den Zug legen? Ich glaube NF-Format sind ca. 7x12cm, der Zugquerschnitt sind ca. 25x25cm glaube ich. Das wäre dann eine Querschnittsreduzierung von ca.13%. Sollte man dass dann am besten nach dem Sturzzug machen umd die Gasgeschwindigkeit zu reduzieren und somit die Verweildauer zu erhöhen? Oder schafft man sich damit nur Probleme durch frühzeitiges zusetzen des Zugs mit Asche?

  • Probieren Sie es doch einfach aus.

    Messen Sie die Verhältnisse dabei und schauen Sie was passiert.

  • Hallo zusammen,

    ich melde mich nach längerem mal wieder mit ein paar neuen Erkenntnissen.

    Nachdem ich erkannt habe dass die Zuluftführung bei meinem Heizeinsatz falsch eingestellt war und ich diese korrigiert habe (siehe anderer Thread) funktionierte mein Ofen auch wenn ich die Zugdrossel im Keller geschlossen habe.

    Nun wollte ich wissen wie denn ein Abbrand einmal mit und einmal ohne Zugdrossel abläuft und welcher Wirkungsgrad sich ergibt.

    Bei dem Abbrand ohne Zugdrossel habe ich außerdem die Abgastemperatur in der Dachgeschosswartungsöffnung (ca. 5,25m oberhalb VBS, danach noch ca. 1,5m im Warmbereich und dann ca. 1,5m im Kaltbereich) gemessen. Am Kaminkopf kann ich nicht messen, da zu gefährlich)

    Ich habe jeweils genau 8kg Kiefernholz, relativ klein gespalten und möglichst gleichmäßig verbrannt.

    Um die Ergebniss zu vergleichen habe ich jeweils die Mittelwerte errechnet (ab 400° am Überbrand, bis zur Glutphase):

    Abbrand mit Zugdrossel:

    Überbrand: 583°C (max. 720°C)

    VBS: 286°C (max. 340°C)

    Wirkungsgrad: 73,5%

    Abbranddauer: 62 Minuten

    Abbrand ohne Zugdrossel:

    Überbrand: 580°C (max. 770°C)

    VBS: 300°C (max. 395°C)

    Wirkungsgrad: 72,2%

    Abbranddauer: 72 Minuten

    Mittlere Temperatur im Dachgeschoss: 179°C (max. Temp. 217°C)

    Wie ist denn die Temperatur in der Wartungsöffnung einzuschätzen?

    Wenn die Temperaturabnahme (ausgemittelt) von VBS zu DG auf 5,25m errechne, wären das ca.23°C/m. Wenn der Kamin nach der DG Wartungsöffnung noch ca. 3m Länge hat (davon wahrscheinlich ca. 1,5m im Kaltbereich) würde das bedeuten dass er im Mittel noch einmal mindestens 66°C verliert. Somit hätte man am Kaminkopf noch einen Mittelwert von ca. 113°C Abgastemperatur. Das ist wahrscheinlich nicht gerade zu viel oder?

    Wenn der Wert also passt wäre eine Zugverlängerung am Ofen letztendlich auch nicht wirklich sinnvoll, da man ansonsten in einen gefährlichen Bereich kommen würde (Versottung)

    Wie schätzt ihr das Abbrandverhalten ein und welche Situation wäre zu bevorzugen?

    Hier noch ein Diagramm zur besseren Veranschaulichung (den Zeitstrahl muss man mit 2 multiplizieren, nicht verwirren lassen)

  • Hallo Martin

    Das ist aber ein langer Schornstein. Die Temperaturabnahme von 230 C/m scheint mir recht hoch (Dämmung?). Der Wert bei mir bewegt sich so um 8 bis höchstens 150 C/m bei einem Schornstein von ca. 4m (1/3 im beheizten Raum und 2/3 im Kaltbereich) aber auf der ganzen Länge mit Wärmedämmung.

    Vielleicht ist bei Ihnen der Wärmeabgang des innen liegenden Teils des Schornsteins nicht verloren: die Wärme ist im Gebäude. Es ist zu hoffen, dass sie Ihnen da nützt. Dann könnten Sie ihre Wirkungsgradrechnung bedenkenlos anpassen auf die Resultate z.B. der Dachgeschosswartungsöffnung.

    Ab Schornsteinkopf ist die Wandtemperatur massgebend: die muss über 70 bis 80 Grad liegen, damit es da trocken wird resp. bleibt: Am Anfang des Abbrandes ist die sicher zu tief: Nässung ist vorprogrammiert und muss am Ende des Abbrandes getrocknet sein. Ich schätze, dass die von Ihnen gerechnete mittlere Gastemperatur völlig ausreicht, um trocken zu bleiben: es dürften sogar 200 weniger sein.

    Abbrand mit oder ohne Zugdrossel: Die Resultate sind praktisch identisch. Vielleicht ist die Differenz auch nur zufällig. Zu einer Aussage will ich mich nicht versteigen.

    Gruss Robert

  • Hallo Robert,

    vielen Dank für Ihre Einschätzung.

    Das stimmt, der Kamin ist sehr lang, unser Ofen steht im Erdgeschoss, dann gibt es ein erstes, sowie ein ausgebautes Dachgeschoss.

    Der Kamin ist ein 200er Keramikrohr und dann umlaufend mit Hohlblocksteinen ummauert denke ich. Dämmung ist da keine dazwischen soweit ich das beurteilen kann. Ich habe auch mal die durch das Haus laufende kaminaussenwände gemessen und die sind aktuell ca 4 Grad wärmer als die umliegenden Wände. Von dem her scheint es so dass die wärme wenigstens im Haus bleibt, was ja sehr positiv ist 😁

    Dann kann ich meinem Ofenbauer eigentlich auch keinen Vorwurf machen, da er (vielleicht auch zufällig) eigentlich ziemlich ins Schwarze getroffen hat.

    Was ich mich aber jetzt Frage: Wenn ich statt den Kombiofen einen Grundofen (Mittelschwer, 3kw, 4-8 kg alle 8 Stunden, wie bei meinem Kombiofen aktuell) bauen lassen hätte und dieser berechnet worden wäre, wäre dann herausgekommen dass mit meinem Kamin ein Bau nicht möglich wäre, da der Mindestwirkungsgrad nicht zu erreichen ist?

    Dann hätte man ja mit der mindestabbrandmenge höher gehen müssen oder?

    Oder wird dann wie Robert schon schrieb nicht die Temperatur am VBS sondern die z.B. in der obersten Wartungstür als Maß für die Berechnung genutzt?

  • Guten Morgen.

    Der Mindestwirkungsgrad ist 80% und ist einzuhalten.

    Der Grundofen wird entsprechend berechnet unter Einbeziehung der Schornsteinberechnung.

    Da kann es auch schonmal vorkommen dass ein Ofen anders gebaut werden muss oder dass der Schornstein saniert werden muss.

    Ich versuche immer das so zu machen dass am Schornstein nichts gemacht werden muss. In den allermeisten Fällen gelingt mir das auch.

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für Ihre Antwort Herr Kern, ich denke grundsätzlich auch dass z.B. durch eine Leistungsanpassung durchaus ein Wirkungsgrad von 80% zu erreichen wäre. Mir war allerdings bis jetzt nicht bewusst, dass tatsächlich der sehr lange Kamin und die Versottungsgefahr bei mir die größte Einschränkung wäre.

    Für die Interressierten:

    Ich habe heute noch einmal einen Abbrand mit zugeschaltener Zugdrossel gemacht.

    Diese sitzt im Keller und ist auf 30 Pascal eingestellt. Das klingt sehr viel, aber bleibt egal, da so bald ich einheize sich die Klappe (vor allem bei der zurzeitigen Kälte) sofort fast bis Anschlag öffnet und somit sehr viel Luft zieht.

    Wie von mir vermutet hat sich dabei durch die viele (kalte) Fremdluft im Kamin die Rauchgastemperatur gemessen in der Dachbodenwartungstür im Mittel auf 127°C reduziert.

    Ohne Drossel bei ähnlichem Abbrand hatte ich im Mittel 179°C

    Die Kaminkeramikrohrtemperatur hatte nur 70°C (es folgen ja noch 3m bis Kaminkopf)

    Vermutlich hat das Rauchgas/Luftgemisch eine viel geringe Feuchtigkeit, durch den hohen Fremdluftanteil? Aber bleibt die Gefahr der Versottung nicht trotzdem über die Jahre?

    Von dem her denke ich dass ich in Zukunft die Drossel im Keller nach möglichkeit nicht mehr benutze. Das Abbrandverhalten war so auch in Ordnung und der Wirkungsgrad ähnlich.

    Außerdem hätte ich dann noch den Vorteil dass der Kaminanteil im Haus höhere Temperaturen erreicht (da er nicht mehr durch Fremdluft gekühlt wird) und diese ins Haus mit abgeben kann.

    Jetzt müsste ich nur noch einen Versuch mit einem Backstein im letzten Zug machen (wie von Hr. Kern oben beschrieben). Wenn sich dazu neue Erkenntnisse ergeben melde ich mich wieder :)

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