Risse in den Fugen

  • Hallo, ich lese nun schon eine Weile hier im Forum, habe aber noch nichts zu meinem Problem gefunden.

    Nach der Trockenzeit meines neu gesetzten Grundofen und dem Anfeuern treten Risse in den Fugen auf, die ziehen sich fasst über den ganzen Ofen, und zwar in der Höhe wo der Stahl Brenneinsatz endet. Das Risse entstehen war mir klar, schließlich sind ja unterschiedliche Materialien verbaut und der Ofen erzeugt Hitze=Spannungen entstehen.

    Das Risse in diesem Ausmaß auftreten und noch dazu in dieser Stärke versteh ich nicht so richtig. Der Ofenbauer ist der Meinung, einfach noch mal in Lauwarmen Zustand neu

    verfugen und ausbessern, und gut ist.

    In dem Verarbeitungs Hinweis des Fugenmörtels steht: erst nach dem Austrocknen verfugen, mein Ofen wurde mir aber fix und fertig übergeben. Hat da der Ofenbauer einen Fehler gemacht ?

    Über Tipps und Ratschläge bin ich dankbar.

  • Hallo Sissy,


    meist führen viele Wege nach Rom, will damit sagen, dass es unterschiedliche Verarbeitungsmöglichkeiten für unterschiedliche Baustoffe gibt und jeder Ofenbauer anderes Material und Methoden verwendet. Wenn das nicht der erste Ofen ist, den der Ofenbauer gesetzt hat, dann hat er mit seiner Vorgehensweise gute Erfahrungen gemacht, sonst würde er es anders machen.

    Ich würde jedenfalls die Risse zunächst zum Problem des Ofenbauers und nicht zu den eigenen machen.


    Gruß

    Oli

  • Hallo Oli

    erstmal Danke für die schnelle Antwort, nein nein der erste Ofen ist das mit Sicherheit nicht, aber wie ich schon geschrieben hatte, war mir klar das Risse auftreten werden aber doch nicht so groß ?

    Ja klar ist das ein Problem des Ofenbauers aber auch meins. Nur sind meine Sorgen berechtigt, das irgend etwas schlimmeres passieren kann, denn bei jedem Heizen entstehen die Risse ja neu.

    Ist denn mit einfach nochmal verfugen dann das Problem beseitigt ?



    MfG Sissy

  • Hallo Sissy

    Nein Risse sind nicht normal ... zumindest nicht bei Öfen ohne Stahleinsatz in so kurzer Zeit. Ihr Ofen hat offenbar einen Stahleinsatz und da gilt meine Aussage vielleicht nicht. Aber einiges scheint doch nicht zustimmen:

    • Die Wasserwaage lässt vermuten, dass da krumme gebaut wurde oder sich bereits etwas bewegt hat.
    • Die Bilder zeigen auch, dass die Bauteile nicht fluchten. Ob die sich bewegt haben oder der Ofenbauer seinen Montag eingezogen hat?
    • Das sind doch Keramikelemente? Es ist nicht der Fugenmörtel, der die zusammenhält! Irgendwo im Hintergrund müsste mit Kleber gearbeitet worden sein.
    • Gibt es hinter der Keramik einen Luftspalt?

    Seien Sie kritisch, eventuell ist sogar eine Zweitmeinung vor Ort durch einen richtigen Fachmann zweckmässig.

    Einfach Fugenmörtel einstreichen ist mit absoluter Sicherheit nicht die Lösung.

    Alles Gute im neuen Jahr

    Robert

  • Hallo Robert

    Ein gesundes neues Jahr an alle hier


    - Die Wasserwaage habe ich angelegt. um zu zeigen, das der Ofen " gearbeitet " haben muss. Eben genau auf der Höhe wo der Stahleinsatz endet.

    - Die Frage mit dem Luftspalt dahinter, kann ich nur mit einem Bild beantworten, Das Bild zeigt genau die Höhe der Rissbildung.


    MfG Sissy

  • Hallo Sissy


    Mein Eindruck der "Baustelle": keine saubere Arbeit!

    Entgegen meiner Annahme hat der Ofen einen gemauerten Feuerraum. Die Türe und der Rahmen sind aus Metall. Ob zwischen dem Türrahmen und den Kacheln elastisches Dichtmaterial eingesetzt wurde, ist nicht ersichtlich. Da dies wahrscheinlich nicht geschehen ist, gibt das wegen der Ausdehnung Schubkräfte auf die Kacheln ..... und Brüche an den schwächsten Stellen.

    Der Ofen selber ist mit Luftspalt gebaut. Wenn der Luftspalt nicht örtlich mit Mörtel gefüllt wurde, ist diese Bauart schon i.O.


    Ergänzung am 02.01.23: Jetzt, wo ich genauer hinschaue: der Luftspalt fehlt auf der Seite rechts vom Feuerraum: das , was hier zu sehen ist, ist ein Vertikalzug (den ich als Luftspalt angesehen hatte); der Überbrand lässt sich ahnen in der rechten Wand des Feuerraumes. Die Kacheln sind am Vertikalzug angeklebt. Das geht doch nicht; Risse werden sofort auftreten! Da nützt kein zupflastern.

    Der Aufbau erfolgte offenbar auf ungewöhnliche Art: von aussen nach innen. Auf einem Foto sind Kacheln zu sehen aber noch kein Ausbau. Nicht einmal das Vermiculit klebte zu diesem Zeitpunkt an der Wand!


    Die zwischen den Kacheln angebrachten Distanzhalter lassen vermuten, dass die Kacheln gegen eine innen liegende Verbindungsstruktur (aus hoffentlich Schamotte!) befestigt wurden. Im Prinzip ist das richtig, wenn die Kacheln mit einem Kleber (z.B. Ortner Haftmörtel und nicht irgend einem Universalmörtel) an dieser Verbindungsstruktur angebracht wurden. Die Fugen wären dann mit z.B. Ortner Fuge auszufugen. Bei mir hält dies ohne Risse seit nun 11 Jahren.

    Das Konzept des Ofens stimmt, die Ausführung einiges weniger. Nur die Fugen füllen wird leider kaum zum Ziel führen!

    Hat der Ofenbauer den Ofen technisch berechnet? Hat er Ihnen diese Berechnung abgegeben? Wenn er das eine oder/und andere nicht gemacht hat, wäre dies eine grobe Unterlassung.


    Gruss Robert

  • Hallo Robert


    ich habe von diesem Ofen keinerlei Papiere oder Zeichnungen ect. Ist das gesetzlich vorgeschrieben ? Der Ofenbauer hat techn. Zeichnungen benutzt, mir wurde bei Fertigstellung nur eine kurze Einweisung zwecks Trocknung und Anheizung gegeben.

    Ach so, nein noch was habe ich erhalten..............die Rechnung. X(

  • Hallo Sissy

    Die Frage bezüglich der technischen Berechnung habe ich nur gestellt, um mein Bild von Ihrem Ofenbauer zu ergänzen. Es ist keineswegs Pflicht, Pläne und Berechnungen dem Kunden abzugeben. Pflicht des Auftragnehmers ist es aber, eine Feuerstelle zu übergeben, welche die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Das kann sie zweifellos, wenn der Ofen nach der EN 15544 berechnet und gebaut wurde. Und wenn diese Regeln nicht berücksichtigt worden sind, besteht immer noch die Möglichkeit, dass die Erfahrungen des Ofenbauers ausreichen, um die Anforderungen zu erfüllen.

    Nur würden dem Ofenbauer dann die Erfahrungen ausreichen, ein Werk zu liefern, das nicht Schwachstellen wie das Ihre hat. Ein seriöser Ofenbauer liefert übrigens die Berechnungen und Pläne mit dem Angebot unaufgefordert aus. Unaufgefordert, weil der Kunde in der Regel nicht weiss, dass es so was braucht und gibt.

    Ich würde die Zweitmeinung eines tüchtigen Ofenbauers einholen: der soll sich die Sache anschauen kommen. Kostet Sie zweifellos etwas.

    Es tut mir leid, dass Sie sich am Anfang des neuen Jahres mit soviel Ärger herumschlagen müssen!

    Ich wünsche mir, dass Sie das für Ihren Fall richtige tun und grüsse Sie

    Robert

  • Hallo Robert

    Ich bedanke mich recht herzlich für Ihre Antworten, alles sehr aufschlussreich und sicher auch mit viel Fachwissen Ihrerseits. Auf alle Fälle werde ich diese Spalten und Risse schriftlich reklamieren und den Ofenbauer nochmals die Probleme vor Augen führen. Ich hör mir erst mal an was er dazu sagt und wie er reagiert. Bilder hat er ja schon bekommen, kann ich eigentlich verlangen, das er sich das vor Ort anschaut, schließlich müsste er dazu 400 km ( An und Abreise ) in kauf nehmen. Sicherlich wär eine Zweitmeinung erstmal sinnvoller oder ?


    MfG Sissy

  • Hallo Sissy

    Ich habe unten im Zitat notiert, was ich tun würde. Was Sie tun, müssen Sie alleine entscheiden. Da ich persönlich ein gespaltenes Verhältnis habe zur Jurisprudenz habe ich diesen Weg nicht erwähnt. Zudem ist in diesem Fall immer die Höhe des Streitbetrages zu beachten.

    Gruss Robert

  • Die Risse in den Fugen rühren von der Dehnung des Zuges.

    Wir bauen, damit genau das nicht passiert, den Zug freistehend auf, dann gibt es solche Probleme nicht.

    Abhelfen könnte hier eine Neuverfugung des Ofens mit einer elastischen Fugenmasse (Sommerhuber).

    Ihr Ofenbauer sollte das Produkt kennen.

  • Die Risse in den Fugen rühren von der Dehnung des Zuges.

    Es hat nicht nur Risse, sondern Kacheln die sich verworfen haben! Da nützen elastische Kleber nach dem Abbau erst beim Neuaufbau ..... wenn man dann den Aufbau nicht gleich mit einem Luftspalt richtig machen will.

    Und zu beobachten ist auch der offensichtlich mangelhafte Einbau der Zarge der Feuerraumtüre.

  • Hallo

    Ich lese hier, Abbau-Aufbau, ist es denn wirklich so schlimm ? Muss da der ganze Ofen erneuert werden ( Oberkante Feuertür ) ?

    Ich nutze den Ofen täglich, sollte ich das lieber unterlassen ?

    Dem Ofenbauer habe ich eine Frist bis Ende Januar eingeräumt, bisher null Reaktion.

    MfG Sissy

  • Einen Abbau sehe ich da vorerst nicht.

    Der Ofenbauer muss sich das anschauen und vor Ort entscheiden.

    Wenn es nur um die Fugen geht lässt sich das, so wie ich gesagt habe, reparieren.

    Früher, als es die Bauweise mit Luftspalt und die elastische Fugenmasse nicht gab, war das ein häufiger Mangel.

  • Erst mal vielen Dank für die Hinweise und Ratschläge zu meinem Problem, nun muss ich erst mal die Reaktion auf meine Reklamation abwarten, ich werde darüber berichten, evtl. benötige ich ja wieder Hilfe.


    MfG Sissy

  • Hallo Sissy, die Frage ob der Ofen weiter benutzt werden darf, hätte mir der betroffene Ofenbauer beantworten müssen ... von wegen Ihrer Pflicht, alles zu tun, um den Schaden zu mindern! Technisch meine ich auch, spielt es absolut keine Rolle, ob da Kacheln noch etwas weiter herausgetrieben werden und Risse sich mehren.

    Gruss Robert

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!