seltsamer Kaminkehrer

  • Schönen guten Tag, liebe Forumsgemeinde!

    Anno 2015 wurde in unserem Neubau ein mittelschwerer Grundofen der Fa. KeramikArt eingebaut, mit dem bis zum heutigen Tag hochzufrieden sind. :thumbup:

    Der Ofen besitzt raumluftunabhängige Verbrennungsluftzufuhr, da Wohn-, Ess- und Küchenbereich offen sind.

    Während der Bauphase wurde das Ganze mit dem damaligen Kaminkehrermeister abgestimmt. Dieser war aber danach, -trotz mehrmaliger Nachfrage per Mail-

    nicht zu einer finale Endabnahme bei uns.

    ...im Übrigen auch nie zum Kamin kehren. Ich habe mich daraufhin selbst um die Reinigung meines Kamins gekümmert. (Das das rechtlich nicht i.O. ist weiß ich und ist jetzt auch nicht Gegenstand der Frage.)

    Nun ist Kehrer "A" in Rente und Kehrer "B" hat übernommen.

    "B" war also zum Kaminkehren und zur Feuerstättenschau bei uns, als nur meine Frau zu Hause war.

    Dieser bemängelt nun den fehlenden Schalter an der Dunstabzugshaube, den ich meiner Meinung nach bei raumluftunabhäniger Zufuhr nicht brauche.

    Meine Frau erzählte mir, er hätte die Ofentür geöffnet und bei laufender Abzugshaube mit dem Feuerzeug festgestellt, das dann der Luftzug aus dem Kamin kommt... :cursing:

    Ich zweifle grade an ihm oder mir - einer von uns hat was nicht verstanden.

    Wer liegt hier falsch? Gerne mit §-Angabe.

    Gruß, Ralf

  • Hallo Ralf,


    das sehr ich auch so wie Du.


    § 4 der Feuerstättenverornung bezieht sich auf raumluftabhängige Feuerstätten.


    § 4
    Aufstellung von Feuerstätten, Gasleitungsanlagen (1) Feuerstätten dürfen nicht aufgestellt werden


    1. in notwendigen Treppenräumen, in Räumen zwischen notwendigen Treppenräumen und Ausgängen ins Freie und in notwendigen Fluren,
    2. in Garagen, ausgenommen raumluftunabhängige Feuerstätten, deren Oberflächentemperatur bei Nennleistung nicht mehr als 300°C beträgt.


    (2) 1Die Betriebssicherheit von raumluftabhängigen Feuerstätten darf durch den Betrieb von Raumluft absaugenden Anlagen wie Lüftungs- oder Warmluftheizungsanlagen, Dunstabzugshauben, Abluft-Wäschetrockner nicht beeinträchtigt werden. 2Dies gilt als erfüllt, wenn
    1. ein gleichzeitiger Betrieb der Feuerstätten und der Luft absaugenden Anlagen durch Sicherheitseinrichtungen verhindert wird,
    2. die Abgasabführung durch besondere Sicherheitseinrichtungen überwacht wird,
    3. die Abgase der Feuerstätten über die Luft absaugenden Anlagen abgeführt werden oder
    4. anlagentechnisch sichergestellt ist, dass während des Betriebs der Feuerstätten kein gefährlicher Unterdruck entstehen kann.


    Bei uns hat die Abnahme ohne Probleme funktionietrt.


    Grüße

    Michael

  • Ungern muss ich da leider etwas Wasser in den Wein gießen.


    Aber der Schornsteinfeger ist hier formal erstmal im Recht.

    Als raumluftunabhängig gilt, de jure, nur der geprüft raumluftunabhängie Ofen.

    Ein Grundofen kann das aber nicht sein.

    De fakto ist er aber auch raumluftunabhänig wenn er an die Außenluft angeschlossen ist.


    Geprüft raumluftunabhängige Öfen müssen dichter sein und bis 8 Pa Unterdruck im Aufstellraum zurechtkommen.

    Nicht geprüfte lediglich mit 4 Pa.

    4 Pa können jedoch, gerade moderne, Dunstabzugshauben schon schaffen wenn das Haus entsprechend dicht ist.

    Das kann der Schornsteinfeger aber messen (4 Pa-Messung).

    Fällt bei der Prüfung der Unterdruck geringer aus kann auf den Fensterkippschalter verzichtet werden.


    Wenn nicht muss er eingebaut werden.

    Aber bitte nicht zu sehr ärgern.

    Er ist dann auch sinnvoll und zwar nicht nur wg. dem Ofen.

    Ein zu hoher Unterdruck verhindert auch dass die Abzugshaube effektiv funktioniert.


    PS: Ich freue mich sehr dass Sie mit dem Ofen von uns so zufrieden sind.

  • Meine Frau erzählte mir, er hätte die Ofentür geöffnet und bei laufender Abzugshaube mit dem Feuerzeug festgestellt, das dann der Luftzug aus dem Kamin kommt... :cursing:

    Hallo

    Ist ja klar: der Widerstand im Schornstein ist kleiner als der Widerstand durch die Ritzen von Türen, Fenster, usw. Die Luft könnte allerdings bei diesem beschriebenen Versuch auch aus dem Luftzufuhrsystem kommen, wenn die Klappe geöffnet ist. Das sieht anders aus, wenn die Feuerraumtüre geschlossen ist.


    In 10 Jahren GO erlebt:

    Beim Feuer entfachen und bis der Schornstein seine Funktion als Motor aufnehmen kann verstreichen ein paar Minuten. Bei mir ist das der Fall bei einer mittleren Schornsteintemperatur von 100 Grad nach ca. 5 Minuten (Ofen ist warm) bzw. ca. 10 Minuten (Ofen ist kalt). In dieser Zeit muss wohl die Feuerraumtüre offen bleiben. Ein gleichzeitig betriebener Venti erschwert / verunmöglicht den Anfeuerprozess. Während dem Betriebszustand "Anfeuerprozess" könnte eine Zwangs-Abschaltung des Venti schon sinnvoll sein ... auch wenn das Gesetz bei raumluftunabhängigem Betrieb dies nicht vorsieht.

    Ich habe keinen Schalter montiert: wenn der Zufall es will, so schalte ich halt den Venti für ein paar Minuten aus.


    Gruss Robert

  • Erstmal vielen Dank für die Antworten!

    Gut, dass ich doch erst nochmal nachgehakt habe...

    Ich habe noch NIE die Feuerraumtür offen lassen müssen. Der Ofen springt immer tadellos an.

    Dann würde ich in Betracht ziehen, den Unterdruck doch mal messen zu lassen. Mit welchen Kosten müsste ich denn dabei rechnen?

  • So was gibt es, sogar in Funkausführung, doch ab zirka €20. Ich würde das Teil einfach nachrüsten und so den Schwarzer Mann zufrieden stellen:


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    Gr Nederbelg

  • Guten Tag alle,


    ich möchte auch zum gleichen Thema fragen. Wir haben beim Hauskauf einen Umbau gemacht und die Wand zwischen die Küche und Wohnzimmer wo der Kachelofen steht entfernt. Der Kachelofen bräuchte nach 50J einen neuen Einsatzt und hat einen bekomment. Beim Endabnahme bemängelt der Shorni nun den fehlenden Schalter an der Dunstabzugshaube und födert "Die Dunsthaube über einen Kontaktschalter mit bauafsichlticher Zulassung am Fensterrahmen per Kabel oder Funk zu schalten, damit die Stromversorgung des Ventilators nun bei gekipptem Fenster möglich ist". Da die neue Fenster "dicht" sind.

    Dabei ist die Dunsthaube 4.5meter von der HINTEREN Wand des Ofens entfernt ist (da die Tür sich im Flur befindet), der Raum 50 Quadratmeter groß ist, falls die Türen zum Treppenhaus geschlossen bleiben, was nie passiert. Das klinkt SOOO übertrieben. Hat er doch recht?


    Ich kann mir kaum vorstellen, dass wegen 2 mal in der Woche Nutzen von dem Ofen muss ich IMMER beim offenen Fenster kochen oder auf die Dunstabzug beim Kochen verzichten. Ich ertrage nämlich sehr schlecht den Zug. Das Fenster ist direkt neben dem Kochfeld, da ensteht sofort einen Zug zwischen dem Fenster direkt aus in der Dunsthaube. Dunsthaube funkzioniert dann falsch (in dem sie nicht von dem kochendem Essen, sondern von dem Fenster abzugt!)


    Außerdem ist unsere Dunsthaube direct in den Kochfeld eingebaut, und damit zu spielen wird uns vielleicht die Garantie kosten.


    Außerdem, haben wir in eine offene Speisekammer die aus der Küche begehbar ist, eine offene Ventilationschacht. Spielt es dabei eine Role? Vielleicht ist dann nicht wichticht, dass die Fenster "dicht" sind? Zu dieser Frage hat der Schorni sich noch nicht geäußert.


    ich bedanke mir schon vorab für eure Meinung.


    Anna Ivanovskaya


    Ein Update nachdem wir ihn auf die Ventilationsschacht aufmerksam gemacht haben - jetzt geht es ohne Kontaktschalter!

    Ich lasse den Post aber hier, falls es jemandem hilft.

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