Sanierung Kachelofen

  • Hallo zusammmen,


    wir haben mit einem alten Bauernhaus auch einen Kachelofen mit übernommen, der aber nicht richtig gezogen hat und auch nicht richtig warm geworden ist. Das Haus ist nicht dauernd bewohnt, und als wir dieses Jahr des öfteren auch mal wochenweise dort waren, ist uns auch aufgefallen dass an Rissen in den Kachelfugen und auch am Wandanschluß Rauch austrat. Ein Ofenbauer vor Ort den wir deshalb konsultierten hat gemeint dass es da eventuell mal eine Verpuffung gegeben haben könnte. Eine Renovierung durch den Ofenbauer können wir uns momentan nicht leisten, zudem wir auch keine Garantie bekommen dass der Ofen dann besser zieht. Da wir den Ofen wegen der Optik eigentlich gerne behalten würden, haben wir jetzt beschlossen die Renovierung selber zu versuchen und den Ofen mal geöffnet, um einen Blick hineinwerfen zu können.

    Nachdem wir erstmal einen großen Eimer voller Asche aus den beiden Zügen und dem Übergang zum Kamin entfernt haben, sieht das gar nicht mal so schlecht aus, zumindest für mich als Laien.

    Kurz zum Ofen, von dem wir nur wissen was wir sehen: Er hat einen Rost, ist also kein reiner Grundofen. Er scheint nur die beiden waagrechten Züge zu haben, an dem länglichen Schlitz zur Wand hin sieht man eine gerippte Stahlplatte, wahrscheinlich die Rückwand vom Heizeinsatz?

    Theoretisch ist mir der Zusammenbau ja klar: Die Züge wieder mit Schamottesteinen und Schamottemörtel abdecken, die Kacheln mit Lehm ansetzen. Im zweiten (unteren) Zug ist ein länglicher Spalt zu ertasten, so als ob die Seitenwand und der Boden nicht ganz zusammen wären, es müsste meiner Meinung nach dadurch eine Verbindung zu dem Raum hinter dem Heizeinsatz bestehen. Kann das so beabsichtigt sein, oder sollte man das auch mit einem Streifen Schamotte (oder Vermiculite) schließen? Wenn ich mir die Abdeckung zum Kamin hin so ansehe (verschnittene Platte), kann das auch Schlamperei sein, oder die vom Ofenbauer vermutete Verpuffung?

    Was für ein Marterial nehme ich denn am besten für die Verfugung der Kacheln, kann das eine "normale Fliesen-Flex-Fuge" sein oder gibts da was spezielles?


    Vielen Dank schon mal im voraus für Eure Tipps.

    Viele Grüße, Jürgen

  • Moin Jürgen.


    Ich fürchte dass hier, aus der Ferne, niemand helfen kann.

    Sie hätten das den Ofenbauer machen lassen sollen. Wenn der sein Fach versteht dann sieht er auch wo was zu machen ist.

    Dass er nicht garantieren kann dass der Ofen danach funktioniert sollte klar sein.

    Er kann ja, wenn er den Ofen nicht kennt, gar nicht wissen ob der jemals (richtig) funktioniert hat.


    Anzeichen für eine Verpuffung sehe ich auf den Bildern nicht.

    Das heißt aber nicht dass es eine solche nicht gab.

  • Hallo Herr Kern,


    Danke für Ihre Einschätzung betreffend der Verpuffung. Natürlich haben Sie Recht dass der Ofenbauer bei einem unbekannten Ofen keine Garantie auf bessere Funktion geben kann. Aber dafür wäre mir eine Ausgabe im viestelligen Bereich einfach zu hoch gewesen. Drum der Entschluß es selber zu versuchen, schlechter als es war kann es eigentlich nicht werden. Es soll auch nur eine Übergangslösung sein, bis wir uns entschieden haben entweder eine ganz andere Art von Ofen anzuschaffen oder vielleicht einen anderen Kachelofen unter teilweiser Verwendung der jetzigen Kacheln bauen zu lassen. Es gibt ja noch eine Zentralheizung, die per Solarthermie oder zusätzlich durch einen Scheitholzkessel versorgt werden kann.

    Gibt es für einen Laien wie mich eine sichere Möglichkeit um Vermiculite von Schamotte zu unterscheiden? Ich bin nach wie vor der Meinung dass die Deckplatten des oberen Zuges aus Vermiculite bestehen, da die Platten teilweise auch nur 15 mm stark sind. Das würde auch erklären warum der Ofen nicht richtig warm wird. Aber wie schon gesagt - es kann nur besser werden. Und dieses Forum bleibt sicherlich auch in Zukunft eine wertvolle Anlaufstelle.


    Viele Grüße, Jürgen

  • Die Unterscheidung ist leicht anhand des Gewichtes.

    Schamotte, wie in dem Ofen verwendet, ca. 1800kg/m³, Vermiculite vielleicht 200kg/m³ (gibt es in unterschiedlichen Dichten).

    Vermiculite ergäbe dort auch keinerlei Sinn. und ist auch teurer als Schamotte. Das kann daher kein Anreiz sein.


    Es ist, ohne Untersuchung des Ofens vor Ort, in Ihrem Fall nicht möglich aus der Ferne zu sagen warum der Ofen nicht richtig funktoniert.

    Möglicherweise hat er das ja auch noch nie getan.


    Ein richtig konstruierter und berechneter Grundofen funktioniert immer.

    Allerdings sieht das nicht jeder Ofenbauer ein (oder erkann das auch nicht).

    Und es gibt auch noch die Einstellung "das haben wir schon immer so gemacht".


    Vermiculite ist ein feuerfester Dämmstoff.

    Er wird von Kaminofenherstellern gerne verwendet weil damit die Blechkisten auf Temperatur kommen und so die Prüfung bestehen können.

    Dass ein Ofen, bei dem der Feuerraum nach innen gedämmt wird, Nonsens ist für die Wärmeabgabe muss ich nicht extra erwähnen.

    Außerdem ist das Zeug viel zu empfindlich.


    Wir verwenden das aber auch im Feuerraumboden unter der Schamotteabdeckung um die, unter dem Feuerraumboden nach hinten zum Luftmodul geleitete Verbrennungsluft, nicht zu sehr aufzuwärmen.

    Dort hält das "ewig" wiel keinem mechanischen Kontakt ausgesetzt.

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