Kachelofen im Allgäu

  • Hallo Maik

    Quote from maik3


    Ich kann Sie beruhigen, die Platte liegt auf der Vormauerung im Flur auf.


    Ja, das habe ich nicht mitgekriegt. Die geringe Biegebelastung durch das Eigengewicht Promasil/Kachel/geringe Stützweite dürfte kein Problem sein.
    Mein Ofen hat über dem Zugteil mehr Freiheit: Auf diesem Zugabschnitt war der Lieblingsplatz der Grosskinder. Ich habe da 40mm - Hourdisplatten verbaut. Wärmedämmung war nicht gefragt.
    Bald haben Sie es geschafft!
    Gruss Robert

  • So, ....ich melde mich auch mal wieder.
    Wir haben in den letzten Monaten etwas langsamer "weiter gebaut"....
    Die Kacheln sind verfugt, der Ofen im Wohnzimmer und im Flur verputzt, der Brennraum ist fertig und ich habe mich noch für eine Ofensteuerung von Tatarek entschieden.
    Im Wohnzimmer kam der alte Estrich und die alte Dämmung (1 cm Styropor!) raus und wurde durch einen Trockenaufbau ersetzt. Alle Stromleitungen, die Wandheizung und etwas Wandfarbe gabs auch noch neu. Jetzt kommen noch neue Dielen drauf und am Freitag gibt's die neue Couch.
    Am Ofen fehlen noch die Kacheln in den Putzöffnungen im Flur, die Zuluft im Keller und die Verkabelung der Steuerung. Ich hoffe nächste Woche ist es so weit, dass wir mit dem Trockenheizen beginnen können.
    Grüße
    Maik

  • Hallo Maik
    Schaut toll aus! Wenn ich sagen würde "wie vom Fachmann" würde ich Sie für diese Arbeit beleidigen. Herzlichen Glückwunsch.
    Das Trockenheizen ist sicher kein Problem: Die Bauphase war genügend lang.
    Gruss
    Robert

  • Hallo Herr Kern, hallo Robert
    Vielen Dank für das Lob! Wir sind auch wirklich stolz auf unseren neuen Ofen.
    Das Trockenheizen klappt ganz gut. 1/3 der maximalen Holzmenge sind bei uns ca. 6 kg. Da wir nur Fichte haben gar nicht so wenig. Ich habe es die ersten paar Mal hingestellt, weil das hier im Forum oft als optimale Lösung beschrieben wurde. Da wir 2 Glastüren, eine im WZ, eine im Flur haben musste ich irgendwie einen stehenden "Haufen" in die Mitte bauen. Das verlangt etwas Geschick damit nix umfällt. Aber irgendwann im Laufe des Abbrandes stürzt das dann doch um. Seit vorgestern mache ich einen Kreuzstapel, immer 3 Stück (je 33 cm) um 90° versetzt. Mit 3 Lagen sind die 6 kg erreicht. Es brennt genau so gut und fällt nicht um - gefällt mir besser. Der Ofen wird nach einer Stunde wunderschön warm, die Kacheln etwas mehr und die Wand im Flur etwas weniger als die große verputzte Fläche im Wohnzimmer. Am nächsten Morgen ist noch Restwärme zu spüren, trotz der geringen Holzmenge.
    Hier noch ein paar Fotos vom ersten Abbrand.
    Grüße
    Maik

  • So nachdem das Trockenheizen ganz gut klappt ist nun Zeit für ein paar Restarbeiten. Im Flur ist der neu verputzte Durchbruch gestrichen und eine Ofenplatte vom Opa aus dem goldenen Osten haben wir über der Feuerraumtür angebracht.
    Die Zuluft im Keller kann jetzt auch direkt Frischluft von draußen ansaugen. Ein Lüftungsrohr mit 200mm Durchmesser führt 3 m waagerecht bis zum nächsten Kellerfenster. Für die Ofensteuerung ist eine Motorklappe vorgesehen. Die Tatarek Steuerung kann im Werkszustand nur Modellbauservos ansteuern, ein kräftiger Hitec Servo aus der Modellbaukiste schafft es gerade so die Klappe mit Dichtung zu schließen. Ob das so bleibt werden die ersten Tests ergeben. Mit einem PWM -> 0-10V Modul könnte auch ein Belimo Lüftungsklappen-Antrieb angesteuert werden, der hat mehr Kraft und öffnet völlig unabhängig bei Stromausfall die Klappe. Die Tatarek Steuerung hat aber auch einen kleinen Akku eingebaut der den Servo in diesem Fall ansteuert und die Klappe öffnet.
    Äußerst hilfreich sind die beiden Temperaturanzeigen der Ofensteuerung, im Überbrand und im Verbindungsstück zum Kamin. Bis jetzt haben wir mit 6 kg Beladung gerade so 350 °C am Überbrand erreicht, das ist nicht viel. In den Kamin geht es mit 170 °C, das ist auf Dauer auch zu wenig!
    Grüße
    Maik

  • Hallo Maik

    Quote from maik3

    angesteuert werden, der hat mehr Kraft und öffnet völlig unabhängig bei Stromausfall die Klappe. Die Tatarek Steuerung hat aber auch einen kleinen Akku eingebaut der den Servo in diesem Fall ansteuert und die Klappe öffnet.


    Öffnet denn die Klappe nicht automatisch bei Stromausfall (mit Feder)? Dann wäre dies ein Sicherheitsrisiko! Ich nehme gerne in Kauf, dass bei einem Stromausfall die Klappe öffnet und nachher nicht mehr schliesst, bis zum nächsten Abbrand.


    Quote from maik3


    Äußerst hilfreich sind die beiden Temperaturanzeigen der Ofensteuerung, im Überbrand und im Verbindungsstück zum Kamin.


    100% einverstanden: ich weiss nicht, wie man einen Ofen betreiben kann, ohne diese Informationen. Ich habe meine Messstation ergänzt mit Messpunkten am Schornsteinkopf, Aussentemperatur und Raumtemperatur an der Decke. Ich weiss: etwas angefressen: Blindflüge irgend welcher Art habe ich nie gemocht.
    Weiterhin viel Spass ... der Erfolgt kommt dann automatisch.
    Robert

  • Hallo Robert


    Der Modellbauservo und die Klappe haben beide keine Federn die sie stromlos in die geöffnete Lage zwingen. Die Steuerung hat aber einen Akku eingebaut, der bei Stromausfall für ein paar Minuten die Betriebsbereitschaft aufrecht erhält und den Servo in die Auf-Stellung fahren lässt. Eine Sicherheit ist also vorhanden. Versagt allerdings die Steuerung ihren Dienst total oder ist die Leitung zum Servo unterbrochen passiert nix, in dem Fall ist der Belimo Antrieb klar im Vorteil. Einem mechanischen Defekt an der Klappe stehen beide machtlos gegenüber.
    Kauft man die Steuerung über Herrn Kern ist ein Zusatzmodul zur Ansteuerung des Belimo Antriebs incl. dem Antrieb selbst enthalten. Für ca. 900 € kommt dann das Sorglospaket ins Haus.
    Ich denke die Funktionalität der Signalwandlung, Pulsweitenmodulation der Tatarek auf 0-10V Signal des Belimo Antriebes wird sich technisch lösen lassen und das ist mein Ziel. Davon habe ich auf alle Fälle mehr Ahnung als vom Ofenbau!
    Wir heizen den Ofen derzeit immer gegen Abend, sind anwesend, können ihn beobachten und genießen.
    Heute haben wir mit ca. 8 kg Fichte erstmals 440 °C am Überbrand erreicht. Das noch weiter zu steigern ist die Aufgabe der nächsten Tage. Wir sind jetzt hier 3 Heizer im ersten Lehrjahr und jeder hat andere Ideen. Zum Glück hat der Ofen 2 Glastüren, so haben die "Berater" immer alles im Blick. :D


    Grüße
    Maik

  • Ich hoffe Ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen, schauen wir mal wie es so wird. Eigentlich kann es nur aufwärts gehen!
    In den letzten Tagen habe ich mal ein paar Aufnahmen mit einer ganz einfachen FLIR-Wärmebildkamera gemacht. Sehr interessant...!
    Die ersten beiden Bilder sind 18:00 Uhr vor dem erneuten Anheizen aufgenommen und zeigen die Restwärme vom Abbrand des Vortages.
    Die nächsten 2 Bilder ca. 3h nach erfolgtem Abbrand und die letzten beiden nochmal 3h später um Mitternacht.
    Achtung, die Skalierung der Farbskala ist nicht einheitlich, sie orientiert sich fix am Messpunkt in der Bildmitte und stuft dann je nach Temperaturgefälle ab.
    Es ist jeweils 1 Bild vom WZ und Flur zu sehen.
    Grüße
    Maik

  • Nach fast 2 Monaten der Heizerei hat sich herausgestellt, dass bei unserem Ofen das vertikale Einschichten der Holzscheite den besten Abbrand ergibt. Oben, mit genügend Kleinholz entfacht, ensteht schnell ein schöner Vollbrand mit entsprechend hohen Temperaturen.
    Einziger Nachteil, bedingt durch unsere 2 Türen, das stehende Einbringen des Holzes ist schwierig da es gerne umfällt, meist zur gegenüberliegenden Glastür. Später kippt auch gerne ein Stück glühendes Holz in Richtung einer der beiden Scheiben um und hinterlässt einen großen braunen Fleck am Glas der schwer zu entfernen ist.
    Mir kam dann die Idee mit so einer Art klappbaren "Zaun" vor beiden Türen das Problem zu lösen. Den besseren Tip hatte meiner Frau: Beeteinfassungen aus Gusseisen.
    Mit etwas Glück findet sich die passende Breite. An der unteren Abdeckung der Zuluft habe ich waagerecht 2 Flacheisen und darauf im rechten Winkel senkrecht 2 kleine Rohre angeschweißt. Dort hinein kann man das Gussteil stecken. Funktioniert sehr gut, hält das Holz dort wo es hingehört und lässt sich zum reinigen einfach nach oben herausnehmen. Außerdem schaut es im Feuer schön aus und passt zu unserem Ofen.
    Viel Spaß beim nachbauen.

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